Warum offene Formate benutzen?
Was ist ein Format?
Wenn Sie einen Artikel schreiben, ein Bild editieren, eine Webseite erstellen, ein Lied hören oder sich Ihren Lieblingsfilm auf dem Computer anschauen haben Sie es mit Dateien zu tun. Damit diese Dateien von Ihrem bevorzugten Programm geöffnet, gelesen oder geändert werden können, müssen sie ein
Format besitzen. Ein Format ist das, was einer Anwednung ermöglicht, die Rohdaten in der Datei zu interpretieren. Mit anderen Worten ist ein Format die Darstellung eines Inhaltes. Dateiformate werden sehr oft durch die Endung ihres Dateinamens gekennzeichnet: meistens drei Buchstaben, mit denen der Dateiname endet.
Index.htm ist zum Beispiel eine Webseite, die in HTML verfasst ist (hier ist allerdings die vierbuchstabige Endung .html inzwischen gebräuchlicher). Daneben gibt es spezielle Formate für Bilder (wie JPEG, PNG, GIF, TIF, BMP), einfachen Text (ASCII, oft mit der Endung
.txt gekennteichnet), für formattierten Text (HTML, RTF, DOC) und für den Drucker formatierte Dokumente (PDF, PS).
Offene vs. proprietäre Formate
Um mit einer Datei zu arbeiten brauchen Sie für gewöhnlich eine Anwendung, die es Ihnen erlaubt, die Daten der Datei zu lesen, zu editieren und zu speichern.
OFFENES FORMAT - Wir wollen ein Dateiformat als
offen bezeichnen, wenn der Modus der Darstellung der Daten transparent und/oder seine Spezifikation öffentlich gemacht worden ist. Der Standard für offene Formate wird für gewöhnlich von Öffentlichen Stellen oder Internationalen Institutionen festgelegt, um Normen für die Zusammenarbeit zwischen Programmen zu schaffen. Natürlich gibt es auch Softwarefirmen, die die Regeln ihrer Formatierung öffentlich machen und dadurch offene Formate schaffen. Unterschieden werden muss zwischen Offenen Formaten, die auf
transparente Weise gepeichert sind (und die daher mit jedem Texteditor gelsen werden können, dies ist bei Auszeichnungssprachen wie HTML der Fall) und solchen die
binär gespeichert werden. Letztere können somit zwar nicht mit einem Texteditor gelesen werden, aber sie lassen sich entziffern, da die Regeln der Formatierung bekannt sind.
PROPRIETÄRES FORMAT - Wir wollen ein Dateiformat als
proprietär bezeichnen, wenn der Modus mit dessen Hilfe die Daten präsentiert werden und dessen Spezifikation nicht öffentlich verfügbar sind. Proprietäre Formate werden von Softwarefirmen entwickelt, um Daten an ihre Anwendungen zu binden: nur Programme, die von Softwarefirmen veröffentlicht werden, die auch im Besitz der Spezifikationen sind, können die Daten
korrekt und vollständig auslesen. Proprietäre Formate können noch stärker geschützt werden, wenn sie zum
Patent angemeldet werden. Der Besitzer eines solchen Patents kann anschließend Patentgebühren für die Implementierung des Formats in andere Programme verlangen.
Hinweis zur Begriffs-Terminologie: was wir hier als proprietär bezeichnen, bezeichnen andere als
geschlossen. Wir wollen damit nicht andeuten, dass alles was nicht proprietär ist, durch einen öffentlichen Standard definiert sein sollte. Wie im obigen Absatz beschrieben gibt es viele Formate mit einer offengelegten Spezifikation, die von Softwarefirmen entwickelt wurden. Der Unterschied zwischen offen und proprietär (oder geschlossen) liegt nur in der Verfügbarkeit oder Nichtverfügbarkeit einer öffentlichen Spezifikation des Formates.
Dateien im proprietären Format benutzen und austauschen
Proprietäre Formate sind heutzutage sehr verbreitet weil sie von einer großen Anzahl von Anwendungen, zum veröffentlichen oder zum editieren von Texten und Bildern genutzt werden. Ein proprietäres Format kodiert Daten derart, dass die Datei nur von der Anwendung geöffnet werden kann, mit der es auch erstellt wurde.
Im Gegensatz dazu garantiert ein offenes Format, dass eine Datei von jeder Anwendung geöffnet werden kann, die dafür geschrieben wurde.
Der Unterschied zwischen offenen und proprietären Formaten mag bei ausschließlich
lokaler Nutzung garnicht auffallen. Mit lokaler Nutzung meinen wir einen Anwender oder den Austausch in einer Gruppe von Anwendern, die sich auf ein Programm geeinigt haben, mit dem sie ihre Dateien bearbeiten.
Sobald es keine lokale Nutzung mehr ist, und Dateien
ausgetauscht werden (durch das Hochladen ins Internet, durch eine Veröffentlichung, durch das Verschicken als Anhang einer E-Mail, also in jeder Form der Kommunikation bei der Sender und Empfänger im voraus keine Übereinkunft über die zu benutzende Software getroffen haben), wird die Unterscheidung zwischen offenem und proprietärem Format zu einer entscheidenden Frage.
Vier Gründe, keine proprietären Formate zu nutzen
Proprietäre Formate können ohne Risiko entweder von einem einzelnen Anwender für seine eigenen Daten benutzt werden. Oder sie werden in einer Gruppe von Nutzern, die sich
vorher entschieden hat, welche(s) Format(e) und welche Software sie bei einem gemeinschaftlichen Projekt benutzen wollen.
Andererseits ist das
Verteilen von Dateien ein sozialer Akt, dessen Auswirkungen nicht nur den Nutzer selbst, sondern auch alle möglichen Nutzer der Dateien betreffen.
Das Verteilen von Dateien setzt eine Konvertierung des Originalformates in ein für den Datenaustausch angemesses Format voraus. Offene Formate sind per Definition Formate für den Datenaustausch: sie garantieren Zugänglichkeit, Kompatibilität und Beständigkeit? (en:perennity) der Daten.
Wenn Sie Dateien in proprietären Formaten austauschen, tragen Sie zu der Propagierung und Durchsetzung unerwünschter Praktiken bei, denn
1. Sie nehmen das Risiko in Kauf, dass der Empfänger nicht auf die Daten zugreifen kann
- Ein proprietäres Format setzt die Benutzung eines bestimmten Programmes voraus, um auf die Daten zugreifen zu können. Wenn Sie Daten im proprietären Format austauschen, setzen Sie damit voraus, dass alle Empfänger dieses Programm besitzen: jeder Nutzer, der das Programm aus technischen (z.B. weil er mit einer anderen Plattform als Sie arbeitet) oder finanziellen (der Nutzer hat kein Geld um das Programm zu erwerben) Gruenden nicht nutzen kann, wird nie auf Ihre Daten zugreifen können.
- Lassen sie uns nun annehmen, dass der Nutzer das Programm besitzt, welches notwendig ist, um die Datei zu öffnen. Garantiert ihm das nun den vollen Zugriff auf die Daten? Leider nicht: eine oft von Softwarefirmen eingesetzte Strategie besteht in der regelmässigen Veränderung des Dateiformats, welches in ihrem Programm eingesetzt wird. Diese Strategie soll den Anwender an die Nutzung einer bestimmten proprietären Software binden.
In this way, the only way for the user to assure future accessibility to his/her own data or to guarantee perennity to old files is to regularly buy updates of a specific software.
- [Semi-proprietary formats and predatory and predatory practices]. A similar strategy to lock the user in to a specific data format (« Embrace and Extend »∞) consists in adopting at the beginning an open format for storing a software data and then progressively modifying this format with proprietary extensions, which make the resulting format incompatible or unreadable with other software based on the original format. This strategy are often adopted to turn a public standard in a semi-proprietary format.
The adoption of proprietary or semi-proprietary formats is the result of corporate strategies that go against the user's needs, which should privilege accessibility, interoperability and perennity of exchanged data.
3. Zur Weiterverbreitung von Viren beitragen und sich selbst dem Risiko des Befalls aussetzen
Die meisten Viren werden durch den Austausch infizierter Dateien zwischen Anwendern verbreitet. Solche Viren nutzen die Verwundbarkeit spezieller Anwendungen oder Sicherheitslücken eines speziellen Betriebssystems aus, um gefährlichen Programmcode auszuführen. Die Weiterverbreitung von Viren stützt sich in diesem Fall auf die Tatsache, dass viele Anwender dieselben Programme benutzen und ihre Dateien in dem vorgegebenen (=proprietären) Format dieser Programme austauschen.Daher sind die meisten Viren nicht nur
plattformspezifisch sondern auch
anwendungsspezifisch: in vielen Fällen macht der simple Wechsel zu einem anderen Programm ein System immun gegen eine Klasse von Viren (als Beispiel mag hier die die große Anzahl an MS Word Makro-Viren herhalten). Die Benutzung offener Formate, also programm-unabhängigerDaten-Formate, kompatibel zu und Zugänglich auf verschiedenen Plattformen, schwächt die weite Verbreitung von Viren und erschwert ihre Weiterverbreitung: es ist viel einfacher, eine Sicherheitslücke in einem einzigen, weit verbreiteten Programm mit unvorsichtigen Anwendern auszunutzen, als gefährlichen Programmcode für ein Format zu schreiben, welches von einer Vielzahl von Anwendungen gelesen wird und auf vielen verschiedenen Plattformen läuft.
Vier Gründe, offene Formate zu benutzen
Offene Formate beim Datenaustasch und beim Veröffentlichen zu verwenden heißt:
- Die Zugänglichkeit und Dauerhaftigkeit ihrer Daten zu gewährleisten: Sie und die Nutzer ihrer Daten werden immer fähig sein, sie zu lesen und zu bearbeiten.
- Eine vollständige Transparenz ihrer Daten : Sie können sich sicher sein, keine Informationen versehentlich weiterzuverbreiten.
- Die Verbreitung von Viren einschränken: die Benutzung offener Formate hilft dabei, die Gefahr eines Virenbefalls drastisch einzuschränken.
- Vielfalt und Kompatibilität fördern (im Bereich der elektronischen Kommunikation).
Welche proprietären Formate sollten vermieden werden?
Proprietären Formate sind keine Formate für den Datenaustausch. Aber viele der Dokumente, die proprietäre Formate benutzen und zur Verbreitung oder elektronischen Veröffentlichung bestimmt sind, können sehr leicht durch offene Formate, welche die gleichen Eigenschaften haben, ersetzt oder in diese konvertiert werden.
Die verbreitetsten proprietären Formate, die Sie vermeiden sollten sind folgende:
MS Word formatierte Textdateien (DOC)
MS Excel Tabellen und Datenbanken (XLS, XLW)
MS Power-Point Präsentationen (PPS, PPT)
256-Farben-Bilder (GIF)
Bitmap images (BMP, TIF)
Vectorial images (WMF)
MP3 Audiodateien
Windows Media Audiodateien (WMA)
Windows Media Videodateien (WMV)
Advanced Streaming Format (ASF)
Quicktime (QT, MOV oder AVI)
Real Player:
Real Audio (RA)
Real Video (RV)
Meta-Dateiformate (RAM und RPM)
MS Word Dokumente (DOC)
Das Format der MS - Word Dokumente ist ein halbtransparentes proprietäres Format welches von Microsoft entwickelt wurde. Ein Teil der Daten, die es verschlüsselt, sind zugänglich, während der größere Teil unverständlich ist.
DIe selben Möglichkeiten zur Formatierung und Textbearbeitung wie bei MS Word werden durch das offene Format "Ooo" unterstützt. Dieses basiert auf dem XML - Standard und wurde von der kostenlosen Büro-Suite OpenOffice entwickelt, wobei auf die Zugriffskriterien des W3 Konsortiums berücksichtigt wurden. Das OpenOffice Format zielt darauf, mit seiner Übertragbarkeit und Kompatibilität, der Referenzstandard für formatierte Textdokumente zu werden.
Wenn der Text vom Empfänger nicht unbedingt weiter bearbeitet werden muss, bietet sich das offene HTML - Format an. Es kann mit jedem Web-Browser gelesen und durch jeden Texteditor bearbeitet werden. Für den Fall, dass eine präzise Formatierung der Seiten notwendig sein sollte, z.B. als Vorbereitung zum Drucken, sind die offenen Formate PS und PDF die beste Lösung. Bie wissenschaftlichen Texten sind TeX und DVI die besten Lösungen.
Als Alternative Lösung, die zwar nicht optimal aber immer noch besser als ein MS Word Dokument ist, bietet sich für von mehreren Autoren bearbeitete Dokumente das semi-proprietäre RTF-Format an. Dieses hat in seiner ursprünglichen Form eine Spezifikation und kann von fast jeder Textverarbeitungssoftware gelesen werden.
MS Excel Tabellen und Datenbanken (XLS, XLW)
Das Dokumentenformat von MS Excel ist ein proprietäres Format das von Microsfot entwickelt wurde. Die beste Alternative in Hinblick auf offene Formate ist es, große Mengen an Text/Werten als einfachen, durch Kommata geteilten, Text zu speichern und zu veröffentlichen ("Kommata-getrennte-Werte" - CSV). Das CSV-Format kann von jedem Datenbankmanagementsystem gelesen, bearbeitet und gespeichert werden. Zudem verbraucht es wenig Speicherplatz.
Vektorgraphiken (WMF)
Das Vektorgraphikformat WMF kann durch sein offenes Äquivalent SVG ersetzt werden.
Einfacher Text (ASCII)
Wenn Sie die Möglichkeit haben, vermeiden sie es einfach, formattierten Text zu benutzten. Benutzen sie einfachen Text im ASCII-Format ( wird durch die Endung *.txt gekennzeichnet). Einfacher Text garantiert Ihnen bei jedem Empfänger uneingeschränkten Zugang, unabhängig von der Software, dem Betriebssystem und dem Computer an dem gearbeitet wird.
Wenn Sie Ihre Mails verschicken und Sie der Inhalt mehr interessiert als die Formatierung, senden Sie ihren Text im "Body" der mail und nicht als Anhang.
ASCII - Text kann keine Viren verbreiten. Zudem ist er sehr klein und kann sehr gut in Tabellen umgewandelt werden.
(tramite separatori come virgole - CSV - o tabulazioni - TSV) che potranno essere lette e importate da qualsiasi programma per la gestione di basi dati.
Hyper Text Auszeichnungssprache (HTML)
Das HTML Format ist die Standardsprache des World Wide Web und wurde von einer internationalen Standardisierungs-Organisation (dem W3-Consortium) definiert. HTML ist ein flexibles, universales Format das gleichzeitig reichhaltig und kompakt ist. Natives HTML (ohne Javascript) can keinen Virus verbreiten und kann auf jeder Plattform gelesen werden.
Bitte Beachten: Word produziert semi-proprietären HTML-Code und es neigt dazu, Informationen hinzuzufügen die nicht auf allen Plattformen dargestellt werden können.
W3: HyperText Auszeichnungssprache (HTML)∞
Links
a. Organisationen
b. Initiativen zur Förderung von Standarts und offenen Formaten
c. Institutionelle Lösungen und Gesetzesvorschläge
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